„Ich bin Feministin“

2020 wird es langsam salonfähig, sich eine Feministin zu nennen. Nicht überall, nicht immer öffentlich. Aber wir können z.B. Pussy-Hats tragen und T-Shirts, die mit „I am a feminist“ bedruckt sind. Und Hand auf’s Herz, wer hat in der letzten Zeit einmal laut ausgesprochen: „Ich bin Feministin“. Im Selbstversuch fühlte es sich zugegeben auch etwas komisch an und Freunde warnten mich, diesen Begriff zu nutzen, weil er so abschreckend wirke und vielleicht nur eine kleine Minderheit anspreche. Ehrlich? Haftet diesem Begriff immer noch das Stigma eines Schimpfwortes an?

Was ist überhaupt eine Feminist*in? Kurz gesagt (und die verschiedenen Strömungen ignoriert. Mehr dazu in z.B. „feminismus“ von Barbara Streidl, 2019), beschäftigen sie sich sowohl mit sozialen als auch mit politischen Themen, die der Bürgerrechts- und Freiheitsbewegung entsprungen sind. Es geht im Zentrum um Gleichberechtigung, die Menschenwürde und den Kampf gegen Sexismus. Und ich bin der Meinung, dass uns das alle angeht.

Ich habe ein persönliches Anliegen, mich dem Feminismus zu verschreiben. Ich wurde geboren, das heißt ich lebe auf diesem Planeten, in dieser Gesellschaft, in diesem System. Ich bin eine Frau. Ich bin Mutter. Ich beobachte Missstände. Es fehlen Vorbilder. Wenn das nicht genug Gründe sind, mich für die Rechte und Pflichten der Frauen einzusetzen und meinen Kindern vorzuleben, dass sie sich nicht mit dem begnügen müssen, was wir bereits an ‚Gleichberechtigung‘ haben. Ja, es geht um die Rechte und um die Pflichten, das betone ich ganz explizit. Denn um den feministischen Gedanken in die Welt hinaus zu tragen, müssen wir uns bewusst werden, dass es eben nicht nur um die Rechte geht, die wir uns erkämpfen. Mit diesen Rechten entstehen auch Pflichten, bzw. ihnen gehen Pflichten voraus. Wir müssen uns unserer Situation bewusst werden, wir müssen die Unterschiede sehen, begreifen und einen Handlungsimpuls entwickeln.


Es ist nämlich nicht ok, dass Mädchen denken, sie seien schlechter in Naturwissenschaften. Es ist nicht ok, dass Frauen, wenn sie ihr verdientes Gehalt einfordern von den männlichen wie weiblichen Vorgesetzten als aggressiv wahrgenommen werden. Es ist nicht ok, dass sich Frauen einer bestimmten Sprache bedienen müssen, um an die Ziele zu kommen, die sie erreichen wollen, nur damit sie nicht unweiblich wirken. Und, es ist nicht ok, dass „Feministin“ ein Schimpfwort ist, das als Waffe gegen Frauen eingesetzt wird, die weiterdenken, die sich weiter entwickeln wollen und denen die nächsten Generationen –die ja übrigens die nicht immer ganz gerechtfertigten Gehälter ALLER bezahlen sollen- am Herzen liegen.


Ich träume davon, dass alle Jungen und Mädchen der kommenden Generationen frei sein können. Frei sich zu entscheiden, was sie tun und wer sie sein wollen. Dass sie sich nicht entscheiden müssen gegen Karriere und für Familie, dass frau roten Lippenstift tragen darf und hohe Hacken und trotzdem eine Feministin sein darf. Dass mann sich nicht alleine für das Familieneinkommen verantwortlich fühlt. Ich wünsche mir für sie, dass sie frei sind auf den Tisch zu hauen, wenn ihnen etwas missfällt und dass sie Menschen an ihrer Seite haben, die sie kompromisslos unterstützen, Männer wie Frauen.

 

 

Melden Sie sich!

aspire women

systemische Beratung für Frauen

Martha A. Leverkus

+49 (0) 221 94654633

+49 (0) 178 3913447

info@aspire-women.de

Rolandstr. 76 │ 50677 Köln

  • Facebook - Grau Kreis
  • LinkedIn - Grau Kreis